Aller guten Dinge sind bekanntlich drei: Passend auch für die Anzahl der Meistertitel, die St. Peter in dieser Saison in der Herrenmeisterschaft einfahren konnte. Nachdem schon die dritte und die fünfte Mannschaft als Meister feststanden, setzte die Einsermannschaft mit dem Meistertitel in der 1. Klasse das Sahnehäubchen drauf.
Spannende Spiele mit positivem Ende für St. Peter – besser kann eine solche Begegnung eigentlich nicht beginnen. Julian Stocker begann gegen Hermann Eder, wobei er zu Beginn noch leichte Abstimmungsschwierigkeiten hatte. Trotzdem ging der erste Satz in der Satzverlängerung an ihn. Die weiteren beiden Sätze waren eine klarere Angelegenheit, obwohl Hermann Eder immer gut mithalten konnte. Julian spielte aber in den entscheidenden Situationen seine Klasse aus und war eben immer um den Tick besser. Mit seinem 3:0-Sieg holte er den ersten Punkt für die Gastmannschaft – sehr zur Freude der mitgereisten Fans.
Während diese nach dem ersten Match erheblich Glückshormone ausschütteten, wurden im zweiten Spiel ihre Nerven strapaziert. Markus Berger lag nämlich gegen Josef Prigl schon 2:0 in Front, die Entscheidung fiel jedoch erst im fünften Satz. Dieser war an Spannung nicht zu überbieten, zumal er auch schon das Ende eines richtungsweisenden Spiels war. Schließlich konnte Markus seinen Gegner, der an diesem Tag stark spielte, in der Verlängerung in die Knie zwingen.
Markus Stöckler, der in der ersten Mannschaft sein Debüt feierte und für die nötigen Punkte sorgen soll, war zunächst gegen Sebastian Eder dran. An diesen Gegner hatte er gute Erinnerungen: Beim Mostviertler-Turnier in St. Valentin ließ er dem St. Georgener überhaupt keine Chance, was mitunter ein Grund war, dass er an diesem Tag eingesetzt wurde. Nach einem ähnlichen Resultat sah es allerdings nach dem ersten Satz nicht einmal annähernd aus: keinen einzigen Punkt konnte Markus machen, allerdings war das für ihn so etwas wie ein Weckruf. Mit dem ersten Punkt des zweiten Satzes gab nämlich Markus den Ton in diesem Spiel an, folglich ging auch der zweite Satz an ihn. Der dritte Satz versprach durch eine beträchtliche Führung von Markus Ähnliches, allerdings drehte Sebastian Eder diesen Satz und lag mit einem 11:9 wieder in Front. Unbeeindruckt vom 1:2-Rückstand konterte Markus aber und führte die Entscheidung im letzten Satz herbei. Sein Gegner hatte allerdings die besseren Nerven und verkürzte somit auf 2:1.
Das Doppel bestritt Markus Berger gemeinsam mit Matthias Wimmer gegen Sebastian Eder und Josef Prigl. Überraschend klare Vorteile auf Seiten der St. Peterer kristallisierten sich schon zu Beginn der Partie heraus. Einziger kleiner Rückschlag war der Verlust des dritten Satzes. Markus und Matthias gaben aber prompt die Antwort darauf und blieben in diesem wichtigen Spiel in vier Sätzen siegreich.
Markus Berger nahm sich als nächstes Hermann Eder vor, der in der Einzelrangliste unmittelbar vor ihm lag. Den ersten Satz verlor Markus zwar, danach konnte er aber immer mehr das Steuer übernehmen und glich auf 1:1 aus. Die immer wieder starke Rückhand von Markus war gegen Hermann Eder eine gute Waffe, die ihm zur 2:1 Satzführung und später zur geglückten Revanche (Markus hatte im Herbst verloren) verhalf.
Julian stellte anschließend im Head-to-head mit Sebastian Eder auf 14:0 und bescherte seiner Mannschaft einen wichtigen Sieg auf dem Weg zum Meistertitel.
Markus Stöckler hätte mit einem Sieg gegen Josef Prigl alles klar machen können, allerdings wollte es das Schicksal so, dass Markus auch seine zweite Partie im Entscheidungssatz verliert. Erster Matchball vergeben – nichts passiert. Dabei spielte er doch gar nicht schlecht, nur Josef Prigl war eben auf einer Erfolgswelle unterwegs und ließ nochmal einen Funken Hoffnung bei den Gastgebern aufkommen.
Berechtigterweise: denn Markus Berger unterlag auch dieses Mal wieder seinem Angstgegner Sebastian Eder, wenn er auch knapper an Sebastian dran war als schon einige Male zuvor. 1:3 hieß schließlich das Endresultat aus Sicht von Markus und St. Peter. Auch der zweite Matchball wurde also ausgelassen.
Scheinbar leicht schien Markus Stöckler jedoch im nächsten Spiel das Spiel von Hermann Eder zu fallen. Der erste Satz ging klar an ihn, aber je länger das Spiel dauerte, desto besser stellte sich Hermann Eder auf das Spiel ein und es ging wieder einmal über den fünften Satz. Markus, der in der 2. Klasse in dieser Saison erst zwei seiner elf Fünfsatzpartien verloren hatte, hatte an diesem Tag einfach überhaupt kein Glück und verlor auch sein drittes Match im letzten Satz.
Somit lag es also nun an Julian im zehnten und letzten Spiel des Abends dieser erfolgreichen Saison ein Ende zu setzen und das "Meister"stück zu vollenden. Gegen Josef Prigl ließ er natürlich nichts mehr anbrennen und absolvierte die letzten drei Sätze genussvoll und ohne Mühe, ehe bei "Matchball Stocker" mit einem Schlag – im wahrsten Sinne des Wortes – alles vorbei war.
Die Saison war beendet und ein Blick auf die Tabelle zeigt St. Peter/Au 1 ganz oben. Verdientermaßen, wenn man bedenkt, dass zweimal der große Favorit Waidhofen/Ybbs besiegt werden konnte und neben der einzigen Niederlage in Randegg und zweier Unentschieden alle Spiele für sich entschieden werden konnten. Als netter Nebeneffekt darf die Mannschaft nächste Saison in der Unterliga starten und dort ihr Können zeigen. Jetzt ist das Zittern und Bangen vorbei und es darf diese Zeit genossen werden…
